Der Konzern Chiquita ging vor zwanzig Jahren aus der berüchtigten „United Fruit Company“ hervor. 2004 hat der Konzern zugegeben, in Kolumbien eine "terroristische" Gruppe finanziert zu haben. Die Indizien, die einem Untersuchungstribunal und der US-Justiz vorgelegt wurden, machen deutlich, dass es sich um rechtsgerichtete paramilitärische Todesschwadronen handelte. Auch die US-Staatsanwaltschaft hat in einer ihrer Ermittlungen bestätigt, dass "im Hafen von Carepa 3.000 Gewehre AK 47 und 5 Millionen Patronen des Kalibers 5,62mm auf nationales Territorium gelangten [...] Entladen wurde das Kriegsmaterial in den Lagerhallen der Panadex S.A.." Dabei handelt es sich um eine Tochterfirma von Chiquita, und dort bleiben die Waffen auch nicht lange. Sie werden auf 14 Lastwagen verladen und die Ermittler kamen zu dem Schluss, "dass der verantwortliche Panadex-Repräsentant die Weiterleitung der Waffen an paramilitärische Verbände organisiert hat." Mittlerweile hat sich Chiquita seine kolumbianische Konzernteile verkauft und bezieht die Südfrüchte aus seinen ehemaligen Besitzungen nun als Zwischenhändler.
Libardo Sarmiento Anzola, Mitglied des Untersuchungstribunals, freier Schriftsteller und Herausgeber der kolumbianischen Ausgabe von „Le Monde Diplomatique“ erläutert zu Vorwürfen gegen Konzerne wie Chiquita, Nestlé und Coca-Cola in Kolumbien:
"Die Maßnahmen, die multinationale Konzerne während des letzten Jahrzehnts (...) durchführten, implizieren eine Reduzierung der Lohnkosten der Unternehmen um bis zu 60% dadurch, dass Leiharbeiterinnen und Scheinselbstständige beschäftigt werden. Insgesamt wurde das Lohnvolumen der Arbeiterinnen um 250% abgesenkt. Im Fall von Nestlé fiel das Lohnvolumen der Arbeiterinnen von 1998 bis 2005 um 59%. Die Arbeiterinnen werden gezwungen, aus der Gewerkschaft auszutreten, sehr prekäre Arbeitsbedingungen in Kauf zu nehmen, oder das Unternehmen zu verlassen. In anderen Fällen wird systematisch auf die Paramilitärs zurückgegriffen, die durch Drohungen, Entführungen und Mord dafür sorgen, dass die fatalen Vorstellungen der transnationalen Unternehmen und des kolumbianischen Staates akzeptiert werden. "
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/313/103210/ (23.02.2007) auf und www.heise.de (09.04.2006)