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Wie viele Handys braucht ein Krieg?

 

 

 

Es ist dein täglicher Begleiter und oftmals einzige Verbindung zu deinen Freunden im Alltag - das Handy. In Deutschland besitzen derzeit rund 70 Millionen Mobilfunknutzer etwa 130 bis 140 Millionen Handys. Doch was hat dein Handy mit Krieg zu tun? Mobilfunktelefone enthalten u.a. das Metall Coltan/Tantal - seit dem Boom bei Handys, Computern, MP3-Playern und Spielkonsolen eines der begehrtesten Rohstoffe weltweit. Die größten bekannten Tantalvorkommen befinden sich in der Demokratischen Republik Kongo, wo ca. 80% der weltbekannten Ressourcen lagern.

 

 

 

 

Der Rohstoff , die Händler, der Krieg

 

Von 1998 bis zum vorläufigen Waffenstillstandsabkommen Anfang 2008 war der Kongo ein Ort des sogenannten „Afrikanischen Weltkrieges“. Trotz 5,4 Millionen Toten, fand er in unseren Medien kaum Beachtung. Was die wenigsten Verbraucher wissen: Die Kriegsfinanzierung wurde vor allem über Rohstoffe, insbesondere Coltan/Tantal betrieben. Große Geldmittel für die Fortsetzung des Kampfes und den Kauf von Waffen wurden dadurch freigesetzt. „Hier liegt der Teufelskreis des Krieges“, analysiert ein UNO-Bericht die illegale Rohstoffplünderung. In diesen Kreislauf sind auch uns bekannte Firmen verstrickt: So beschuldigt ein UNO-Bericht u.a. die damalige BAYER-Tochter „H.C. Starck“.

 

> NEWS: Aktuelle Situation im Kongo (tagesschau)

> Video: Tagesschau-Meldung zum Kongo (29.10.08)

> Video: Videoberichte von Betroffenen (Ärzte ohne Grenzen) 

 

 

 

 

 

 

Neben der Kriegsfinanzierung darf man die schlechten Arbeitsbedingungen in den Minen nicht außer Acht lassen. Die Minenarbeit ist riskant und stark gesundheitsschädigend. Die Arbeiter arbeiten ohne Sicherheitsvorrichtungen und atmen den Metallstaub ein, der ihre Lungen beschädigt. Die Gehälter sind oft unter dem Mindestlohn. Es wird außerdem geschätzt, dass im Kongo ca. 30 % der Arbeiter im Coltan/Tantal - Abbau Kinder und Jugendliche sind (Allein in den Minen von Katanga in der DRK 50.000 Kinder). Manche von ihnen erst 7 Jahre alt. Viele werden während der Arbeit auch aktiv mit in den Krieg hineingezogen und als Kindersoldaten rekrutiert. Neben diesen menschlichen Schicksalen bedeutet der Abbau auch eine ökologische Katastrophe: durch die Rodungen für neues Abbauland wird der Lebensraum vieler bedrohter Tierarten immer kleiner.

 

 

 

 

 

 

Der Weg in dein Handy – Ausbeutung in der Weiterverarbeitung

 

Nicht nur der Abbau der Rohstoffe gleicht einer Ausbeutung, sondern auch ihre Weiterverarbeitung. Das renommierte niederländisches Forschungszentrum SOMO kritisiert in einem Bericht (2006) große Handy-Hersteller und namhafte Vertriebspartner wie die niederländische KPN (Muttergesellschaft von E-Plus), Vodafone, T-Mobile u.a., da sie sich der sozialen Verantwortung entziehen. In den untersuchten Fabriken auf den Philippinen, in Thailand, China und Indien, die Handys oder Handyteile herstellen, werden Arbeiter massiv ausgebeutet und gesundheitsschädlichen Arbeiten ohne angemessenen Schutz ausgesetzt.

 

 

 

 

Was kann ich tun?

 

Als Siegel existiert im Bereich Elektronik bisher „nur“ das Umweltsiegel „Blauer Engel“. Dieser gibt jedoch keinerlei Informationen über die Arbeitsbedingungen in den Zulieferfirmen oder die Herkunft der Rohstoffe. Um dennoch darauf aufmerksam zu machen, starteten im August 2008 Germanwatch und die Deutsche Verbrauer Initiative pünktlich zur weltgrößten Unterhaltungselektronikmesse (IFA) in Berlin die Protestpostkartenaktion „makeITfair“.

 

 

> Hier kannst du bei bekannten Firmen gegen schlechte Arbeitsbedingungen protestieren!

 

 

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Text-Quellen

 
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