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Kakao und Schokolade - (k)ein süßer Traum

 

Deutschland ist der viertgrößte Kakaoverarbeiter  und der größte Schokoladenkonsument der Welt.  Doch welche Geschichte hat eine Tafel Schokolade, bevor sie uns unsere Stunden versüßt?

 

Das Fertigprodukt Schokolade, wie wir es aus den Lebensmittelgeschäften kennen, wird überwiegend in den USA und in Europa hergestellt. Bewirtschaftet werden die dafür notwendigen Kakao-Agrarflächen jedoch z.B. in der Elfenbeinküste, in Ghana und in Kamerun. In ganz Westafrika leben etwa 1,2 Millionen Kleinbauerfamilien und insgesamt 11 Millionen Plantagenarbeiter täglich von der Kakaoproduktion für unsere Märkte.  Doch das Schicksal dieser Menschen wird nicht durch die Qualität ihrer eigenen Arbeit bestimmt:

 

 

Die Akteure auf dem Kakaomarkt

Wenige europäische und nordamerikanische Lebensmittelkonzerne beherrschen mit Hilfe eines weltweit umspannenden Netzes von Plantagen und Handelseinrichtungen die Kakaoproduktion.  Die wenigen Gesellschaften kaufen bis zu 80% der gesamten Kakaoernte auf und betreiben damit spekulative, gewinnbringende Handelspraktiken. Wiederholt werden beträchtliche Anteile von Kakaoaktien durch diese Global Player angehäuft und zurückgehalten, um die Preise nach oben zu treiben, dann werden sie gewinnbringend verkauft und lösen so Instabilität und einen plötzlichen Preisverfall aus. Auf der anderen Seite der Handelskette sind die Kleinbauern diesen Schwankungen ausgeliefert und leben aufgrund extrem niedriger und unsicherer Gewinnspannen mit ihren Familien in Armut.

 

 

59% des Kakaos in Deutschland kamen 2004 aus dem Bürgerkriegsland Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire). Die Elfenbeinküste ist größter Kakaoproduzent der Welt mit einem Anteil von über 40 % der Weltproduktion. 80% des ivorischen Kakaos wird in Familienbetrieben angebaut, welche keine andere Existenzgrundlage haben.

  • Die Berichte von EU-Prüfern über die Kakaobehörden der Elfenbeinküste machen nun klar, dass die Kakaowirtschaft eine Kriegswirtschaft ist. Zu diesem Ergebnis kam im November 2005 auch ein UN-Komitee und stellte fest, dass die Kakaobehörden der Elfenbeinküste über den Bauern  illegal aufgezwungene Abgaben zu 1/5 den Militärhaushalt des Bürgerkriegs- landes finanziert. Mit der Verschärfung des Krieges nimmt die Abgabenlast für die Kakaobauern stetig zu.
  • Diese illegalen Finanzierungsstrukturen gingen aus der Privatisierung des Kakaosektors ende der 90er Jahre hervor, in der auch westliche Konzerne eine wichtige Rolle spielen: garantierte Produzentenpreise oder staatliche Kakaoreserven gibt es nicht mehr. Das größte ivorische Kakaounternehmen „Sifca“ wurde Teil der US Gruppe ADM. Laut EU-Studie ist der Marktanteil multinationaler Firmen am ivorischen Kakao zwischen 1997 und 2003 von 10 auf 30 % gestiegen, während der Anteil einheimischer Kleinunternehmer von 43 auf 10 % zurück ging.


Doch neben Kriegsfinanzierung spielt auch Kinderarbeit bei der Produktion unseres Kakaos eine Rolle. Zehntausende Jungen und Mädchen werden in Westafrika verkauft und unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen. 

 

 

Kinderarbeit beim Kakaoanbau

Etwa 20.000 Kinder im Alter von 7-14 Jahren wurden bis jetzt auf die großen Plantagen der Elfenbeinküste verschleppt, hat die Menschenrechtsorganisation „Terre des Hommes“ ermittelt. Sie arbeiten dort auch für uns bekannte Firmen und werden geschlagen, misshandelt und ausgebeutet. „Was dort geschieht, ist definitiv Sklaverei“, sagt Pierre Poupard, der das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF in Mali leitet. „Wer dem Terror zu entfliehen versucht, läuft Gefahr, von seinem Besitzer verprügelt, ja getötet zu werden.“

 

> Ein weiterer Artikel zum Thema:  Nestlé wegen Kinderarbeit angeklagt

> ARD-Beitrag zum Thema "Kinderarbeit und Kakao" (13.09.2007)


 

 

 

Was kann ich tun?

  • Du als Kunde bestimmst mit deinem alltäglichen Einkauf, wie Produkte produziert werden und wie nicht!  Hier kannst du verantwortliche Unternehmen mit einer Mail auffordern, Arbeitsbedingungen zu verbessern: > markenfirmen.com (unter "Firmen" im Menü links finden sich die Webadressen)! In der heutigen werbeorientierten Wirtschaft ist das Image eines Unternehmens ein entscheidender Erfolgsfaktor. Deshalb kann die Wirkung solcher Protestmails nicht hoch genug eingestuft werden.

  • Mit deiner alltäglichen Kaufentscheidung kannst du den Unternehmen die Richtung ihres Handelns vorgeben, jeden Tag. Fair produzierter Kakao hilft allen Beteiligten ein menschenwürdiges Leben zu führen. Wo bekomme ich fairen Kakao oder Schokolade? Kommt mein Geld bei fairem Handel wirklich bei den Bauern an? Wie erkenne ich fair gehandelte Produkte? > Informationen hier!

 

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 Text-Quellen

 
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