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Textilien - der Stoff aus dem die Träume sind?

 

T-Shirts, Jeans, Pullover...sie sind unsere geliebten Begleiter im Alltag und doch wissen wir praktisch nichts über ihre lange Geschichte und die Menschen, die sie erschaffen. Die Produktion unserer Kleidung ist mit 160 Produzentenländern grenzenloser als jeder andere Industriezweig.  Doch auf dem Weltmarkt für Textilien sind die Gewinne und die Verluste extrem schlecht verteilt.  Dabei ist diese Entwicklung in den letzten Jahrzehnten nicht nur das Ergebnis nationalstaatlicher Politik: Unternehmensstrategien, besonders transnationaler Modekonzerne, im Kampf um die Gunst des Kunden spielen eine immer entscheidendere Rolle.  Die im Folgenden beschriebenen Zustände bei der Produktion unserer Bekleidung werden bereits als ernstzunehmende Bedrohung für die Erreichung der UN-Millenniumsziele zur Halbierung der absoluten Armut bis 2015 gesehen:

Eine wesentliche Rolle bei der Produktion unserer Kleidung spielen für den europäischen Markt die 3000 sogenannten „freien Exportzonen“. Dies sind praktisch entnationalisierte Produktionsstätten des globalen Handels in Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen in der Regel weder Landes- noch Arbeitsrechte existieren. Oft wohnen die zu 70-90%  weiblichen Arbeiter dort in firmeneigenen Baracken innerhalb der vom Umland abgesperrten und bewachten Exportzone. Ihr Alltag ist gekennzeichnet durch:

  • bis zu 7-Tage-Arbeitswoche,
  • 13-14 Stunden täglich,
  • unbezahlte Überstunden,
  • fehlender Gesundheits- und Unfallschutz,
  • keine existenzsichernden Löhne,
  • fehlender bzw. schlechter Kündigungsschutz,
  • Willkür und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz,
  • das Verbot, während der Schicht den Arbeitsplatz zu verlassen, und sei es nur für den Gang zur Toilette.

Teilweise wird selbst erkrankten ArbeiterInnen der Besuch beim Arzt untersagt: bleibende Gesundheitsschäden oder sogar Todesfälle sind die Folge. Wer protestiert, wird entlassen. Meist werden die ArbeiterInnen nur wenige Jahre dort beschäftigt und dann durch „unverbrauchte“ und leichter zu kontrollierende jüngere Nachfolger ersetzt.

 

Betrug die Anzahl der in solchen exterritorialen, rechtsfreien Gebieten arbeitenden und lebenden Menschen 1986 noch 1,3 Mio. so waren es im Jahre 2002 bereits 43 Millionen Menschen. Diese Zonen werden von Unternehmen in Anspruch genommen, weil sie von den oben genannten Zuständen in Verbindung mit Streikverboten und Zollfreiheit, geringen Umweltschutzauflagen sowie billigen Transportmöglichkeiten profitieren.  Die Produktionsstandorte werden dorthin verlagert, wo die „günstigsten“ Produktionsbedingungen herrschen. In Guatemala werden diese Unternehmen auch „Schwalben“ genannt, weil sie innerhalb weniger Tage oder Wochen abgebaut werden und spurlos verschwinden können, wenn ihnen irgendwo anders auf der Welt noch „günstigere“ Bedingungen geboten werden.

 

 

Nähen im Akkord...

Eine weitere wichtige Rolle für die Produktion unserer Textilien spielen sogenannte „informelle Arbeitsverhältnisse“. Nach Schätzungen arbeiten bereits die Hälfte der Beschäftigten in diesem riesigen Industriezweig in den berüchtigten Hinterhofnähstuben (Sweatshops) und ohne jegliche soziale Grundsicherung.  Auch Kinder sind davon betroffen. Eine hohe Dunkelziffer  schuftet täglich im undurchsichtigen Netz informeller Zulieferbetriebe für die Märkte Europas. Allein im indischen Textilzentrum Tirupur sind 20.000 der 200.000 Arbeiter Kinder unter 14 Jahren. Sie arbeiten von morgens bis abends an sechs Tagen der Woche, Ferien gibt es nicht.

 

Warum die Jeans bei LIDL & Co so billig ist (Spiegel-Online) und > ZDF-Video

> Textilproduktion aus Kinderhand (Spiegel-Online)

 

 

Was kann ich tun?

  • Du als Kunde bestimmst mit deinem alltäglichen Einkauf, wie Produkte produziert werden und wie nicht! Hier kannst du verantwortliche Unternehmen mit einer Mail auffordern, Arbeitsbedingungen zu verbessern: > markenfirmen.com (unter "Firmen" im Menü links findest du die Webadressen)! Auch unter > www.saubere-kleidung.de und > www.ci-romero.de/ccc/  kannst du gegen diese Produktionsbedingungen deiner Modefirma protestieren! Einen Kinderarbeit-Check deiner Lieblingsmarken findest du unter > www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de.  

 

 

 

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 Text-Quellen

 
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