Selbstverständnis

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Selbstverständnis

Sukuma arts e.V. ist eine Plattform für Menschen, die sich für ökologisch und sozial nachhaltige Lebens- und Konsumstile engagieren. Unser Ziel ist es, diese Themenbereiche in eine breite Öffentlichkeit zu tragen und Partizipations- und alltagstaugliche Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Sukuma arts e.V. setzt einerseits eigene Projekte um und unterstützt andererseits Menschen darin, einen gesellschaftlichen Wandel zu einer sozial und ökologisch gerechteren Ordnung mitzugestalten.

Die wichtigste Ressource des Vereins sind wir selbst - also Menschen, die das Gedeihen und Wirken von Sukuma arts e.V. gestalten. Wir sind es, die die konkreten Ziele, die wir verfolgen und die Vereinbarungenaushandeln und festlegen, die das gelebte Miteinander regeln. Die Grundlage dafür bilden gemeinsame Werte und die Commons-Prinzipien.

Wir begreifen uns als Bestandteil einer vielschichtigen Weltgemeinschaft, in der unterschiedliche Interessen, Kulturen und Lebenswelten aufeinandertreffen. Diese erkennen wir an. Wir unterstützen aktiv ein gleichberechtigtes Mit- und Nebeneinander. Deshalb setzen wir den Fokus unserer Arbeit auf die lokale und die globale Ebene und ihre reziproken Wirkungsmechanismen.  Wir reflektieren unsere Ziele regelmäßig kritisch und übernehmen die Verantwortung für unser Handeln. Das ist uns wichtig.

Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Sukuma-Projekte richten sich an den Zielen und Konzepten der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und dem Globalen Lernen aus. Die Mastrichter Erklärung von 2002 definiert Globales Lernen als „Bildungsarbeit, die den Blick und das Verständnis der Menschen für die Realitäten der Welt schärft und sie zum Einsatz für eine gerechtere, ausgewogenere Welt mit Menschenrechten für alle aufrüttelt. Globales Lernen umfasst entwicklungspolitische Bildungsarbeit, Menschenrechtserziehung, Nachhaltigkeitserziehung, Bildungsarbeit für Frieden und Konfliktprävention sowie interkulturelle Erziehung, also die globalen Dimensionen der staatsbürgerlichen Bildung”.

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein Verständnis von Bildung, das den Erwerb von Handlungskompetenz ("Gestaltungskompetenz") in den Mittelpunkt stellt, die in Feldern erlernt wird, welche – wie insbesondere der nachhaltige Konsum – ein kritisches Potenzial für die Zukunft aufweisen. Befördert werden dabei ein ganzheitliches Verständnis globaler Entwicklungsprozesse sowie die Einnahme einer weltoffenen Perspektive. Sowohl in den SDGs (Sustainable Development Goals – Unterpunkt 4.7) als auch in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie von 2016 wird Bildung für nachhaltige Entwicklung als wichtiges und eigenständiges Handlungsfeld aufgeführt.

Unsere Projekte haben den Erwerb zentraler Handlungskompetenzen der BNE sowie Kompetenzen des Globalen Lernens zum Ziel.

Sukuma als Gemeingut

Unsere Sukuma-Gemeinschaft begreifen wir als Gemeingut (Commons). Dieses Verständnis leitet unser Handeln. Die Commons-Prinzipien der Nobelpreisträgerin Ellinor Ostrom, für Sukuma arts e.V. angepasst, lauten wie folgt:

1. Grenzen
Wir erkennen das gemeinsame Leitbild (Selbstbild und Werte) von Sukuma arts e.V. an und sind uns darüber bewusst, dass wir gemeinsam für die satzungsgemäße Umsetzung der Vereinsziele (Zweck des Vereins) verantwortlich sind.

2. Kongruenz
Wir gehen mit unseren gemeinsamen Ressourcen (z.B. Zeit, Raum, Geld) zur Umsetzung der Vereinssziele achtsam um und versuchen diese nicht zu übernutzen. Beitrag und Nutzen, die wir als Vereinsmitglieder einbringen, stehen entsprechend unseres individuellen Empfindens in einem fairen Verhältnis.

3. Gemeinschaftliche Entscheidungen
Wir treffen und verändern Vereinbarungen, Aufgaben und Ziele. Jedes Vereinsmitglied kann sich daran beteiligen. Die Vereinbarungen dienen dazu, die Vereinsziele umzusetzen und ein konstruktives, respektvolles Miteinander zu pflegen. In diesem Sinne gilt es, die Interessen und Meinungen aller Beteiligten zu berücksichtigen. Wir streben an, einen Konsens bei allen Entscheidungen und Beschlüssen zu erzielen.

4. Monitoring der NutzerInnen und der Ressource
Wir übernehmen die Verantwortung, Missverhältnisse von Beitrag und Nutzen sichtbar zu machen und Übernutzungen der gemeinsamen Ressourcen zeitnah aufzuzeigen. Die Mitgliederversammlung schafft einen Raum, in dem zu überprüfen ist, ob die Vereinbarungen eingehalten werden und ihren Zweck erfüllen.

5. Abgestufte Sanktionen
Wir verabreden, wie wir mit Missachtung von Vereinbarungen umgehen. Wir entscheiden, ob und welche Sanktionen erforderlich sind, je nachdem, in welchem Kontext und Ausmaß die Vereinbarung missachtet wurde. Abgestuft meint, dass Sanktionen zunächst auf niedrigem Niveau beginnen, sich aber bei wiederholten Verstößen gegen die gemeinsam vereinbarten Regeln verschärfen können.

6. Konfliktlösungsmechanismen
Jedes Vereinsmitglied kann einen leicht zugänglichen Raum für die Lösung von Konflikten in Anspruch nehmen. Konflikte werden auf direkte Art unter Achtung gewaltfreier und transparenter Kommunikation geschlichtet.

Unser Wertekodex

Die folgenden Grundsätze sehen wir als Wertebasis für unsere alltäglichen Entscheidungen und Handlungen. Uns ist klar, diesem Anspruch nie vollständig genügen zu können, bemühen uns aber, ihm so nahe wie möglich zu kommen.

1. Fairness
Empfundene Fairness (statt Gleichheit): Der Beitrag und der Nutzen von jedem Vereinsmitglied steht in einem fair empfundenen Verhältnis.

2. Transparenz
Wir gestalten sowohl Entscheidungsfindungsprozesse als auch unseren Umgang mit finanziellen Mittel für Interessierte nachvollziehbar.

3. Konsistenz
Wir sind in unserem eigenen Handeln konsistent mit unserem Vereinszielen.

4. Gewaltfreiheit
Wir lehnen Gewalt gegen Menschen und Tiere ab und kommunizieren gewaltfrei.

5. Freiwilligkeit
Unser Engagement basiert auf Freiwilligkeit.

6. Inklusivität
Wir sind offen für Neugierige und Interessierte und binden Menschen mit unterschiedlichem Vorwissen ein.

7. Offenheit
Wir sind offen gegenüber Kritik und anderen Meinungen. Wir setzen uns für eine pluralistische, konstruktive Debattenkultur ein.

8. Achtung & Liebe
Eingedenk der universellen Menschenrechte und der Rechte der Natur, pflegen wir einen respektvollen, achtsamen Umgang mit der lebendigen Welt.

9. Vielfalt
Wir sehen in der Vielfalt unterschiedlicher Meinungen, Fähigkeiten und Bedürfnisse von Menschen eine Quelle der Inspiration. Und schaffen Rahmenbedingungen für Gruppenheterogenität.

10. Individuen in Gemeinschaft
Wir geben uns in der Gemeinschaft den nötigen Platz, um unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen und sie zu erfüllen. Wir ermutigen den Einzelnen, seine Grenzen sichtbar zu machen und „Nein“ sagen zu können.

11. Unabhängigkeit
Wir sind in unseren Entscheidungen und in der Umsetzung unserer Projekte unabhängig von Parteien, Religion und Wirtschaftsunternehmen.

12. Verantwortung
Wir fühlen uns verantwortlich für unser Handeln und bemühen uns regelmäßig kritisch zu reflektieren, inwieweit unsere Vorhaben mit den erzielten Resultaten übereinstimmen.

Die Vereinspraxis

Bei der Planung und Umsetzung der Projekte von Sukuma arts e.V. sowie im alltäglichen Vereinsgeschehen orientieren wir uns an unserem Leitfaden für die Vereinspraxis. Die Vereinspraxis steht mit unseren inhaltlichen Ansprüchen im Einklang und soll als Vorbild für ökologisch und sozial nachhaltiges Arbeiten dienen.

1. Kommunikation
Wir achten auf eine gewaltfreie, transparente, nicht ausgrenzende und gendersensible Kommunikation. Es wird bei allen Abstimmungen und Beschlüssen das Konsensprinzip angewandt und die Interessen und Meinungen aller Beteiligten berücksichtigt.

2. Produkt- und Lebensmittelkonsum
Uns ist bewusst, dass Konsumentscheidungen Einfluss auf globale Problemlagen ausüben, deshalb versuchen wir so gut es geht, sozial- und umweltverträglich hergestellte Produkte zu nutzen. Wir beteiligen uns beispielsweise an Tausch-, Schenk-, Reparatur- und Leihnetzwerken und achten auf eine ökologisch nachhaltige Verwendung von Arbeitsmaterialen. Auch unseren Verbrauch von Lebensmitteln gestalten wir bewusst und beziehen diese, soweit möglich, aus biologischer, regionaler, saisonaler, fairer und nicht-tierischer Produktion.

3. Mobilität
Für unsere Arbeitswege nutzen wir vorwiegend das Fahrrad, die Bahn oder andere öffentliche Verkehrsmittel. Eingeladene ReferentInnen bitten wir beispielsweise auf ökologische Reisealternativen umzusteigen.

4. Ressourcenverbrauch
Wir gehen sparsam im Verbrauch von natürlichen Ressourcen (z.B. beim Heizen, Wasser- und Stromverbrauch) um und greifen z.B. auf lokale, bürgereigene StromanbieterInnen, wie die Elektrizitätswerke Schöna, zurück, die keinen Atomstrom produzieren und regenerative Energiequellen nutzen. Daneben versuchen wir weitestgehend auf unökologische Verpackungsmaterialen zu verzichten und Printmaterialien (Ausdrucke, Flyer, Plakate etc.) zu reduzieren bzw. wieder zu verwenden.

5. Finanzen
Uns ist wichtig, Geld für ausschließlich ethisch unbedenkliche und bevorzugt ökologisch nachhaltige Projekte einzusetzen. Deshalb haben wir unsere Vereins- und Projektkonten bei der GLS Bank, die weder mit der Rüstungs- und Atomindustrie noch mit Firmen kollaboriert, die Kinderarbeit in Kauf nehmen.